Bedingungen zum Six Sigma Prozess -

Bedingung 1: Prozess-Schritt
Es wird ein einzelner Prozess-Schritt betrachtet, nicht der Gesamtprozess. Der s-Wert für den gesamten Prozess ergibt sich aus dem Produkt der s-Werte der Einzelschritte.

Bedingung 2: Opportunity statt Unit
Die Qualitätsbetrachtung bezieht sich auf eine Einflussmöglichkeit (Opportunity), nicht auf ein ganzes System (Unit). Der Unterschied liegt darin, dass bei einer Unit-Betrachtung (und Qualitätsmessung) ein Gesamtsystem OK sein kann, aber einzelne, nicht betrachtete Fehlermöglichkeiten die Kundenzufriedenheit empfindlich stören können. Grundsätzlich wird bei einer Unit-Betrachtung die Komplexität des Systems bzgl. der qualitätsmindernden Opportunities nicht transparent.

Bedingung 3: Critical to Quality (CTQ)
Es werden nur diejenigen Einflussgrößen betrachtet, welche auf den Prozess einwirken und die kundenrelevanten Qualitätskriterien beeinflussen können. Diese werden als "Critical to Quality" (CTQ) bezeichnet.

Bedingung 4: Defects per Million Opportunities (DPMO)
Um eine Normalisierung der Werte zu erhalten, wird die errechnete Fehlerrate auf eine Million Fehlermöglichkeiten normalisiert. So erhält man einen Wert, der vergleichbar über verschiedene Anwendungsgebiete wird. Z.B. kann der s-Wert der Rechnungsschreibung einer Firma A mit dem einer Firma B direkt in Bezug gesetzt werden.

Bedingung 5: 1,5s-Verschiebung
Für die s-Berechnung (Form der Hüllkurve) wird eine Standardabweichung von 1.5s zugrunde gelegt. Dies ergibt sich aus praktischen Erfahrungen bzgl. der Varianz von Prozessen über einen längeren Zeitraum. Da die durchgeführten Messreihen im Rahmen einer 6-Sigma Prozess-Optimierung bzw. einem Design/ Re-Design naturgemäß nur kurzfristige Messdaten mit geringer statistischer Relevanz bringen können, hat sich ein Wert von 1,5s als "Sicherheitsfaktor" als zutreffend erwiesen.

 

Auf einen Blick
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